Menu

Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Hamburg

Behandlungsangebote

Wir führen akut- und frührehabilitationsmedizinische Behandlungen für geriatrische Patienten durch. Diese zeichnen sich neben dem höheren Lebensalter durch eine jeweils individuell zu betrachtende Problemkonstellation aus, wobei die physiologischen Veränderungen des gealterten Organismus eine fundamentale Rolle spielen.

Versorgungsschwerpunkte

In der Geriatrie werden multimorbide Patienten in fortgeschrittenem Alter (in der Regel ab 70 Jahren, in begründeten Einzelfällen auch jünger) mit alterstypischen Krankheiten behandelt.

Das übergeordnete Behandlungsziel besteht darin, möglichst frühzeitig alltagsrelevante Fähigkeitsstörungen bzw. drohende oder bereits manifeste Beeinträchtigungen zu vermeiden, zu beseitigen, zu vermindern oder eine Verschlimmerung zu verhüten.

Zu unseren Versorgungsschwerpunkten zählen:

  • Allgemeininternistische Erkrankungen
    (z. B. Bluthochdruck, Herz-/Nierenschwäche, Diabetes mellitus, Lungenerkrankungen, …)
  • Schwerer Krankheitsverlauf nach Hirninfarkt/Hirnblutung
    (z. B. Mobilitäts-/Sprach-/Sprech-/Schluck-/Hirnleistungsstörungen)
  • Bei Erkrankungen/nach Operationen im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates
    (z. B. Wirbelsäulenleiden, Knochenbrüche, Verlust von Gliedmaßen)
  • Verzögerter Genesungsprozess nach anderen chirurgischen Eingriffen
    (z. B. Herz-/Bauchoperation)
  • Sonstige schwere chronische Erkrankungen
    (z. B. Rheuma, Parkinson-Krankheit, Krebserkrankung)
  • Geriatrische Syndrome
    wie Sturzkrankheit, Fehl-/Mangelernährung, Inkontinenz, Immobilität, Gebrechlichkeit, Demenz, akute Verwirrtheit, Exsikkose, chronische Schmerzen

Endoskopische Schluckdiagnostik („FEES“)

Pharyngo-Laryngoskopie zur Untersuchung des Schluckaktes bei Patienten mit einer Schluckstörung (Dysphagie).

Der Patient schluckt unter endoskopischer Kontrolle (keine Sedierung!) gefärbte Lebensmittel unterschiedlicher Konsistenz. Bereits leichte Schluckstörungen können mit der Untersuchung aufgedeckt werden. Das Ausmaß von Retentionen (Verhalt von Speiseresten im Kehlkopf) oder Penetrationen/Aspirationen (Eindringen von Speiseresten in den Kehlkopf bzw. die Luftröhre) kann mit dieser speziellen Diagnostik exzellent beurteilt werden.

Eine Beurteilung der Reinigungsfunktion des Kehlkopfes (Räuspern, intendiertes Husten) ist ebenfalls möglich.

Im Anschluss an die endoskopische Schluckdiagnostik wird die optimale Kostform (Dysphagiekost) für den Patienten ermittelt.

Bei schweren Dysphagien kann die Indikationsstellung zur Anlage einer PEG-Sonde (Sonde zur künstlichen Ernährung bei erforderlicher Nahrungskarenz) nach erfolgter endoskopischer Schluckdiagnostik gestellt werden.

Bobath-Konzept

Stellt einen problemlösungsorientierten Zugang in der Befundaufnahme und therapeutischen Behandlung des Patienten mit Störungen in Tonus, Bewegung und Funktion aufgrund einer Schädigung des zentralen Nervensystems (z.B. Schlaganfall) dar. Bei dem Bobath-Konzept arbeiten alle an der Rehabilitation Beteiligten zusammen (Patient, Pfleger, Therapeuten und Ärzte).

Folgende Techniken kommen zur Anwendung:

  • Gezielte Gestaltung des Umfelds
  • Das spezifische Handling (der Therapeut benutzt die eigenen Hände, um dem Patienten gezielte Informationen zu vermitteln)
  • Auswahl sinnvoller Aufgaben, dem Alter des Patienten und seiner Leistungsfähigkeit entsprechend

Perfetti-Konzept

Initial wurde das Konzept für Hemiplegiepatienten (Halbseitenlähmung) entwickelt. Ziel der Behandlung ist die Reorganisation des zentralen Nervensystems („Neuroplastizität"). Dies soll durch die Aktivierung programmierter Lernprozesse erfolgen, weshalb der Patient in seiner Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Elemente seines Körpers gelenkt wird. In dem so entstehenden kognitiven Prozess dienen Gedächtnis, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Sprache und Vorstellungskraft als Arbeitsmittel.

Affolter-Konzept

Das Affolter-Modell findet bei Patienten Anwendung, die aufgrund einer Schädigung des zentralen Nervensystems unter Wahrnehmungsstörungen leiden. Grundprinzip ist das „therapeutische Führen", bei dem der Körper des Patienten in alltäglichen Bewegungen vom Therapeuten geführt wird. Ziel der Behandlung ist die Reorganisation des zentralen Nervensystems („Neuroplastizität"), die Verbesserung der Wahrnehmung und der Störungen im akustischen, visuellen, motorischen und kognitiven Bereich.

Fazio-Orale-Trakt-Therapie (F.O.T.T.)

Dieses Therapiekonzept dient der Behandlung von Patienten mit einer Schluckstörung (Dysphagie). Es setzt an den einzelnen Phasen des Schluckvorganges an. Ziel ist eine Verbesserung des Schluckvorganges, um die Nahrungsaufnahme zu verbessern und die Gesamtmotorik im fazialen Bereich wiederherzustellen.

Funktionelle Dysphagie-Therapie (FDT)

Die funktionelle Dysphagie-Therapie (FDT) stützt sich auf drei verschiedene Behandlungsmethoden: restituierende, kompensierende und adaptierende Verfahren.

Ziel der restituierenden Verfahren ist die Wiederherstellung von Funktion durch Stimulationstechniken, Mobilisationstechniken und motorische Übungen.

Mit kompensierenden Verfahren soll mittels Haltungsveränderungen oder mit speziellen Schlucktechniken das Schlucken kompensiert werden.

Bei den adaptierenden Verfahren werden die Nahrungsmittel entsprechend der Schluckfähigkeit der PatientInnen ausgewählt und in geeigneten Konsistenzen zubereitet. Dazu gibt es verschiedene Ess- und Trinkhilfen zur Nahrungsaufnahme oder Platzierung im Mund, um das Schlucken zu erleichtern.

Spiegeltherapie

Therapieform, bei der die nicht betroffene Körperseite des Patienten im Spiegel betrachtet wird. Die betroffene Seite befindet sich hinter dem Spiegel, so dass dem Patienten die Bewegungsabläufe der nicht betroffenen Seite als die der betroffenen Seite (z.B. gelähmter Arm) dargestellt werden.

Therapieziele:

  • Die Aktivierung der betroffenen Körperhälfte
  • Tonusnormalisierung der betroffenen Körperhälfte
  • Schmerzreduktion der betroffenen Körperhälfte

Ergotherapie

Der reduzierten Selbsthilfefähigkeit begegnen die Ergotherapeuten mit dem ADL-Training, bei dem die alltagsrelevanten Aktivitäten (z. B. waschen, anziehen, Mobilität) intensiv geübt werden. Bei Patienten, welche einen Schlaganfall mit Halbseitenlähmung erlitten haben, kommen senso-motorisches Training und Übungen zur Wahrnehmungsförderung zur Anwendung.

Patienten mit wiederholten Stürzen oder einer Stand- und Gangunsicherheit bekommen Therapieeinheiten zur Sturzprävention, um erneuten Stürzen vorzubeugen.

Bei jedem Patienten wird nach Aufnahme in die Geriatrie eine Demenztestung durch die Ergotherapeuten durchgeführt.

Physiotherapie

Im Bereich der Physiotherapie stehen spezielle Apparate zur Förderung der Mobilität sowie des Gleichgewichtes und der Koordinationsfähigkeit zur Verfügung (z.B. Moto-Med, Posturo-Med, Gehparcour). Ferner sind Gehhilfen für die unterschiedlichen Indikationen vorhanden, so dass auch der Hilfsmittelgebrauch intensiv ergo- und physiotherapeutisch geübt werden kann. Durch die regelmäßigen krankgengymnasitschen Maßnahmen können Gangsicherheit und Gehstrecke in vielen Fällen verbessert werden.

Logopädie

Bei höhergradigen Schluckstörungen (Dysphagie) erfolgt in einer Zusammenarbeit mit den Logopäden als weiterführende Diagnostik eine Video-endoskopische Schluckdiagnostik (FEES), um so gezielt logopädisch therapieren zu können und ggf. bei ausgeprägtem Aspirationsrisiko die Indikation zur PEG-Anlage stellen zu können. Auch für die Ermittlung der optimalen Kostform stellt diese Untersuchung eine wertvolle Methode dar. Durch die Untersuchungsbefunde der endoskopischen Schluckdiagnostik können die Logopäden ein gezieltes Schlucktraining (Dysphagie-Therapie) durchführen.

Im Falle von Sprech- und Sprachstörungen arbeiten Logopäden an einer Verbesserung der Symptome (Dysarthrie- und Aphasie-Therapie).

Sozialdienst

Über den in das geriatrische Team eingebunden Sozialdienst organisieren wir im Bedarfsfall auch die Weiterversorgung des Patienten und die Verordnung geeigneter Hilfsmittel (z.B. Gehhilfen, Pflegeartikel). Auch die Beantragung einer Pflegestufe oder die Organisation eines Kurzzeitpflege-Platzes erfolgt unter Zuhilfenahme des Sozialdienstes.

Beim Anklicken dieser Stichwörter finden Sie weitere Informationen zum Thema: