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Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Hamburg

Einblick in die momentane Situation im Heidekreis-Klinikum

Donnerstag, 12. November 2020

Wir möchten Menschen, die zu uns aufgrund ihrer (anderen) Erkrankungen ins Krankenhaus kommen, beruhigen: Da jetzt ausreichend Schnelltests zur Verfügung stehen, werden alle Patienten, die in unseren Krankenhäusern aufgenommen werden, getestet. Es kann also keine „schlechten Überraschungen" geben, auch Patienten OHNE jegliche Symptome, die bei uns im Haus liegen, sind getestet: Wir alle wissen somit sehr genau, woran wir mit unseren Patienten sind. Die Ansteckungsgefahr von Patient zu Patient, aber auch von Patient zu Mitarbeitenden ist demzufolge so unmöglich gemacht, wie nur irgendwie möglich.

1. Wie geht es den Menschen, die auf der Intensivstation liegen, werden alle beatmet, sind das vorwiegend ältere Menschen?

Dr. med. Ulrich Blumenthal, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin: „Momentan, (Stand: 12.11.200, 09:30 Uhr) liegen insgesamt 5 COVID-19-Patienten auf unserer Intensivstation in Walsrode. Es sind Patienten ab 70 Jahre aufwärts. Drei dieser Patienten werden beatmet, die anderen zwei Patienten werden nicht beatmet."

2. Wie viele Betten sind momentan auf Intensiv von Covid-19-Patienten und wie viel von „normal" Intensivpatienten belegt?

Standort Walsrode: Aktuell 5 Covid-19-Patienten in Walsrode
dazu 3 Patienten „Non-COVID-19" noch in Walsrode  12 Plätze in der Normalen Stufe. (Stand 12.11.2020, 09:30 Uhr)
In der höchsten Ausbaustufe, also in maximaler Krise: 19 Intensivplätze in Walsrode möglich.

Standort Soltau: Ohne Covid-19 Patienten bisher; auf der insgesamt 11 Plätze umfassenden Intensivstation liegen momentan 6 „Non-COVID-19"-Patienten. (Stand 12.11.2020, 09:30 Uhr)
In der Höchsten Ausbaustufe, also in maximaler Krise: 14 Intensivplätze möglich.

ALLE Plätze sind Beatmungsplätze - an jedem Standort.

3. Kommen alle aus dem Heidekreis oder sind auch welche aus anderen Landkreisen, wo möglicherweise die Intensivbetten knapp werden, überwiesen worden?

Dr. med. Ulrich Blumenthal, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin: „Ein Patient kommt aus Bremen, die anderen Patienten kommen aus dem Heidekreis."

4. Gibt es überhaupt noch freie Betten im Klinikum für Corona-Patienten oder müsste bei einem weiteren Fall auch auf andere Kliniken zurückgegriffen werden?

Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge: „Momentan müssen wir nicht auf andere Kliniken zurückgreifen."

5. Sind die Reha-Kliniken im Heidekreis möglicherweise wieder eine Option, Patienten aufzunehmen?

Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge: „Nein, gesetzlich ist das nicht zugelassen."

6. Liegen die Corona-Patienten in beiden Krankenhäusern oder werden diese auf eines konzentriert, um auch die Gefahr weiterer Ansteckungen zu minimieren?

Dr. med. Ulrich Blumenthal, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin: „Aktuell werden die Corona-Patienten am Standort Walsrode konzentriert, da es grundsätzlich sinnvoller ist, pflegerische und ärztliche Kapazitäten an einem Standort zu bündeln. Werden weitere Patienten intensivpflichtig, wird auch auf den Standort Soltau zurückgegriffen. Wir leben mit der Lage."

7. Wie sieht es mit dem Personal aus. In der letzten Zeit hieß es ja deutschlandweit, dass genügend Intensivbetten zur Verfügung stünden, zur medizinischen Betreuung aber das Personal fehle. Wie ist das im HKK?

Pflegedirektorin Meike Heins: „Ja, auch im Heidekreis-Klinikum fehlt es an Intensiv-Pflegekräften. Da dies bereits im Frühjahr so war, hat das HKK schon in der sogenannten ersten Welle Pflegende von den Zentralen Notaufnahmen geschult, so dass diese nun die Pflegenden auf den Intensivstationen unterstützen können."
(DAZUAUCH BITTE FRAGE 16 LESEN)

8. Gibt es genügend Personal, sind die Mitarbeiter am Limit?

Pflegedirektorin Meike Heins: „Ja, das medizinische Fachpersonal hat momentan sehr viel Arbeit. Die Patienten, die momentan in unseren Häusern sind, haben einen hohen Pflegebedarf: Pflegerisch weniger aufwändige Patienten bleiben Zuhause, Patienten, die im Krankenhaus sind, müssen entweder isoliert werden oder haben Selbstpflegedefizite, das heißt, bedürfen mehr Unterstützung durch die Pflegenden. Zu der Corona--Pandemie kommen zusätzlich auch die „typischen" Erkältungskrankheiten eines jeden Herbstes, was dazu führt, dass eben auch Pflegende erkranken."

9. Müssen Pflegende bereits länger arbeiten, um die Aufgaben zu bewältigen?

Pflegedirektorin Meike Heins: „Ja, es kommt es punktuell zu Mehrarbeit. Ich kann mich immer wieder nur bei meinen tollen Mitarbeitenden bedanken, die sich in dieser schwierigen Zeit, mit ihrem ganzen Engagement und Können für unsere Patienten einsetzen!"

10. Hat das HKK auch schon ehemalige Kollegen um Hilfe gebeten?

Pflegedirektorin Meike Heins: „Nein – aus einem ganz einfachen Grund: Ehemalige Kolleginnen und Kollegen, die in den wohlverdienten Ruhestand gegangen sind, gehören zur Risikogruppe."

11. Oder wurde das Personal aus anderen Abteilungen verlegt, um dort zu helfen?

Pflegedirektorin Meike Heins: „Wie bereits in Frage 7 erklärt wird, arbeitet Pflegepersonal der Notaufnahmen jetzt auf den Intensivstationen."
(DAZU AUCH BITTE FRAGE 16 LESEN)

12. Gibt es regelmäßige Testungen des Personals auf freiwilliger Basis?

Pflegedirektorin Meike Heins: „Ja, wir bieten ALLEN Mitarbeitenden regelmäßige Tests an. Wir finden es aber auch wichtig, dass unsere Mitarbeitenden – freiwillig – ein COVID-Tagebuch führen, in dem z. B. täglich notiert wird, wie das Allgemeinbefinden ist, die Körpertemperatur notiert wird etc. Dazu gibt es immer wieder Hygieneunterweisungen und natürlich stehen unsere kompetenten Hygienefachkräfte allen Mitarbeitenden ständig zur Verfügung, um deren individuellen Fragen zu beantworten."

13. Nun kommen ja bestimmt bei Ihnen auch in der Notaufnahme Menschen mit Corona-Verdacht an, wie gehen Sie mit diesen um? Werden diese weggeschickt, wer testet dann?

Dusan Trifunovic, komm. Ärztlicher Leiter der ZNA am Standort Soltau: „Im Notfall kommt man IMMER in unsere Notaufnahmen: Wir sind 24 Stunden täglich für Sie da! Auch bei z. B. akuter Atemnot, kommen Sie in unsere Zentrale Notaufnahme!
ABER: Wenn es nur geringe Symptome wie Husten, Schnupfen, Kratzen im Hals sind, dann melden sich diese Patienten bitte beim Hausarzt oder den KV-Sprechstunden telefonisch – und besprechen dort das weitere Vorgehen.
Wer möchte, kann sich auch, auf eigene Kosten, im Testzentrum in Schneeheide testen lassen.
Grundsätzlich verhalten wir uns an beiden Standorten in unseren Zentralen Notaufnahmen, unseren ZNAs, konform der RKI Richtlinien. Wir haben in unserem häuserübergreifenden Corona-Krisenstab einen sogenannten COVID-19 Pfad abgestimmt. Das heißt, dass JEDER Mensch, der zu uns in die Notaufnahme kommt, grundsätzlich befragt wird, unter anderem:

  • Haben Sie Fieber?
  • Haben Sie ein Kratzen im Hals?
  • Haben Sie Geruchs- oder Geschmacksverlust?

Es werden zudem Vitalparameter wie Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz erhoben.
Muss ein Patient aufgrund seiner klinischen Symptome bei uns im HKK stationär aufgenommen werden, so wird dieser Patient von uns getestet. Sollte ein positiver Antigen-Test (COVID-19) vorliegen, erfolgt ein PCR Bestätigungstest, der positive Befund wird namentlich an das Gesundheitsamt gemeldet.
Ist der Patient nicht so schwer erkrankt, dass wir ihn in unserem Heidekreis-Klinikum stationär aufnehmen müssen, so leiten wir ihn an seinen Hausarzt bzw. die KV-Sprechstunde weiter. Der Hausarzt, bzw. der kassenärztliche Notdienst wird diesen Patienten, sofern es nötig ist, auf COVID-19 testen."

14. Wie sollte man sich überhaupt bestenfalls im Notfall verhalten?

Dusan Trifunovic, komm. Ärztlicher Leiter der ZNA am Standort Soltau: „Ich kann mich da nur wiederholen: Im Notfall kommt man IMMER in unsere Notaufnahmen: Wir sind 24 Stunden täglich für Sie da!"

15. Kommt man überhaupt ohne Test in die Notaufnahme?

Dusan Trifunovic, komm. Ärztlicher Leiter der ZNA am Standort Soltau: „Nochmals: Im Notfall kommt man IMMER in unsere Notaufnahmen. Selbstverständlich auch ohne einen Test."

16. Stimmt es, dass auch das Heidekreis-Klinikum jetzt Soldaten zur Unterstützung hat?

Pflegedirektorin Meike Heins: „Ja, das stimmt, seit Montag unterstützen Soldaten, in diesem Fall sind es jeweils vier Notfallsanitäter, unsere Zentralen Notaufnahmen. Zudem haben wir jetzt noch elf weitere Soldaten, die in den „normalen" Pflegestationen zur Unterstützung eingesetzt sind."

17. Seit wann und warum ist das so, wie viele sind das, wo kommen diese her, welche Aufgaben haben sie?

Pflegedirektorin Meike Heins: „Insgesamt sind nun 19 Soldaten zur Unterstützung von der Bundeswehr bei uns im HKK. Acht Soldaten, sie sind Notfallsanitäter, arbeiten in den Notaufnahmen. Die anderen Soldaten arbeiten auf den Pflegestationen unterstützend, helfen z. B. Getränke verteilen, Betten machen."
(DAZU AUCH BITTE FRAGE 18).

18. Sind das Ärzte oder ist das Pflegepersonal?

Pflegedirektorin Meike Heins: „Weder noch. Es arbeiten Notfallsanitäter der Bundeswehr auf unseren ZNAs. Auf den „normalen" Pflegestationen arbeiten „normale" Soldaten: Sie unterstützen dort als Hilfskräfte – stets unter Aufsicht."

19. In der ersten Welle wurden ja planbare OPs verschoben, mit der Folge, dass auch Menschen beispielsweise mit Herzinfarkten oftmals sich nicht trauten, ins Klinikum zu kommen. Stellt sich diese Situation wieder ähnlich dar?

Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge: „Nein, wir versuchen, so gut es geht, den Routinebetrieb aufrecht zu erhalten."

Nochmals: Wir möchten Menschen, die zu uns aufgrund ihrer (anderen) Erkrankungen ins Krankenhaus kommen, beruhigen: Da jetzt ausreichend Schnelltests zur Verfügung stehen, werden alle Patienten, die in unseren Krankhäusern aufgenommen werden, getestet. Es kann also keine „schlechten Überraschungen" geben, auch Patienten OHNE jegliche Symptome, die bei uns im Haus liegen, sind getestet: Wir alle wissen somit sehr genau, woran wir mit unseren Patienten sind. Die Ansteckungsgefahr von Patient zu Patient, aber auch von Patient zu Mitarbeitenden ist demzufolge so unmöglich gemacht, wie nur irgendwie möglich.

20. Müsste man da noch einmal an die Bevölkerung appellieren?

Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge: „Wir bitten die Bevölkerung darum, DRINGEND die AHA+L Regeln – und auch die Regeln, die momentan in Niedersachsen gelten, einzuhalten."

21. Sollen planbare OPs eigentlich wieder verschoben werden?

Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge: „Wir können alle notwendigen Operationen sicher durchführen! Auch elektive Operationen werden durchgeführt, hier liegt aber immer auch ein Hauptaugenmerk darauf, ob diese Operation momentan notwendig ist – oder ob sie verschoben werden kann."

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