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Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Hamburg

Die große Freiheit – Kinofilm-Dreh im Heidekreis-Klinikum

Montag, 26. August 2019

Ein langer dunkler Krankenhausflur, ein karg möbliertes Untersuchungszimmer. Hier also sind die Träume von gemeinsamen Abenteuern von Ehemann Erik (Rolf Lassgård) und seiner Ehefrau Juditha (Dagmar Manzel) geendet. Die Situation ist ernüchternd: Die Krankheit MS (= Multiple Sklerose) bei Juditha schreitet immer weiter voran, sie ist bereits an den Rollstuhl gefesselt.

Dabei sollte doch mit der Pensionierung „Die große Freiheit" – so der Filmtitel – des Ehepaares anfangen. Juditha und Erik sind seit vielen Jahren verheiratet, haben Pläne geschmiedet, wollten nach Eriks Renteneintritt gemeinsam das Leben genießen, reisen. Doch die MS-Erkrankung von Juditha hat ihre Pläne zerstört. Nun kämpft sie um ihre Gesundheit und gegen die immer größer werdende Abhängigkeit. Erik hingegen flüchtet sich in Projekte, kann es nicht ertragen zu sehen, wie die Krankheit seine Frau immer weiter verändert. Aus Gemeinsamkeit wird Einsamkeit. Für beide.

Im Heidekreis-Klinikum in Soltau wurden die sehr emotionalen und berührenden Krankenhaus-Szenen gedreht. In ihnen wird sich später die Zerrissenheit des Ehepaares, aber auch Judithas Gefühl, ihrer Krankheit komplett ausgeliefert zu sein zeigen. Um die drückende Stimmung besser einfangen zu können, wurden für die Dreharbeiten alle Flure und Räume abgedunkelt. So wirken die Gänge lang, Anmeldetresen und Untersuchungszimmer wirken düster und bedrückend.

„Wir sind sehr froh, im Heidekreis-Klinikum die großzügige Möglichkeit gehabt zu haben, diese sehr berührenden Szenen drehen zu können. Trotz der filmischen Überhöhung war es uns wichtig, die Krankheit und den Umgang mit ihr an realen Orten bebildern zu können, um einen möglichst authentischen Eindruck der Belastung zu vermitteln, die für alle Beteiligten entsteht", sagt Andrea Schütte von Tamtam Film, Produzentin des Films.

„Ist ein Partner krank, wird jede Beziehung auf eine harte Probe gestellt," erklärt Dr. med. Rahul Sarkar, Chefarzt der Psychiatrie und Psychologie am Heidekreis-Klinikum. „Der Erkrankte hat Angst, nur noch ,Ballast' zu sein, der gesunde Partner hingegen ist oft mit der gesamten Situation überfordert und weiß gar nicht, wie er sich verhalten soll. Hier hilft nur, immer wieder miteinander offen zu reden, sich seine Ängste zu erzählen, statt die Sorgen in sich hineinzufressen." Offene, ehrliche Worte könnten die Krankheit zwar nie besiegen, „aber sie können ein Zusammenleben ermöglichen, in dem die Liebe über der Erkrankung steht."

Regisseurin Wendla Nölle hat in ihrem Spielfilm-Debüt die Lebensgeschichte ihrer Eltern verfilmt. Der Film „Die große Freiheit" entsteht in der Nachwuchs-Filmreihe „Nordlichter" (mit Geldern vom NDR, der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) und der nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen).

Voraussichtlich im Herbst 2020 wird „Die große Freiheit", die später auch im Norddeutschen Fernsehen ausgestrahlt wird, in die Kinos kommen. Werden Juditha und Erik es schaffen, ein Leben zu haben, in dem die Liebe und Selbstbestimmung stärker sind als die Krankheit?

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