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Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Hamburg

Typische Magenerkrankungen – Sodbrennen, Gastritis, Reizmagen

Donnerstag, 19. September 2019

Die gute Nachricht zuerst: Eine gesunde Lebensweise ist die beste Vorbeugung. Professor Dr. Schmitz, Chefarzt der Gastroenterologie und Inneren Medizin des Heidekreis-Klinikums: „Regelmäßige und ausreichende Bewegung, gesunde und vollwertige Ernährung, Verzicht auf Nikotin und wenig Alkohol schützen jeden Magen. Was aber, wenn der Magen schmerzt?

Eine oft auftretende Erkrankung des Magens ist das Sodbrennen. Der Betroffene muss immer wieder aufstoßen, gefühlt „brennt" es in der Speiseröhre. Professor Schmitz: „Sodbrennen entsteht, wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig funktioniert und deshalb Magensäure in den Hals kommt. Eine Operation ist nur die letzte Maßnahme, davor steht die Einnahme von Medikamenten. Aber zuerst ist auch hier wieder eine gesunde Lebensweise meist der Schlüssel zum Erfolg: Vermeiden Sie Alkohol, extrem fettige, scharfe oder saure Speisen."

Entzündet sich die Magenschleimhaut, entsteht eine Gastritis. Hier kommt es zu drückenden Schmerzen im Oberbauch, zu Völlegefühl und Übelkeit. Chefarzt Professor Schmitz warnt: „Eine Magenschleimhautentzündung muss behandelt werden, damit sich aus ihr kein Magengeschwür oder -krebs entwickelt." Wie entsteht eine Gastritis? „Entweder sind Medikamente oder Bakterien der Auslöser für die Erkrankung: Beide schädigen die Magenschleimhaut, so dass die Magenwand von der Säure angegriffen wird und sich entzündet." Bakterien werden mit einem Antibiotikum behandelt, bei Medikamente, z. B. Schmerzmitteln, kann der behandelnde Arzt magenfreundlichere Produkte empfehlen.

Zunehmend ist auch der sogenannte Reizmagen. Professor Schmitz: „Reizmagen – in der Fachsprache funktionelle Dyspepsie genannt – sind verschiedene Beschwerden im Bereich vom Oberbauch bis zum Magen. Sie haben unterschiedliche Symptome und lassen sich nicht auf eine eindeutige organische Ursache zurückführen. Hier können Entspannungstherapien, aber auch Medikamente oder eine Ernährungstherapie helfen." Bei 30 Prozent der Betroffenen tritt der Reizmagen übrigens auch in Kombination mit dem Reizdarm auf. Diese Patienten leiden dann zusätzlich noch unter Magenschmerzen und Blähungen. Einziger Vorteil: Patienten mit einem Reizmagen sind nicht stärker gefährdet eine entzündliche oder bösartige Erkrankung des Magens zu bekommen.

Grundsätzlich ist das Auftreten eines bösartigen Magentumors glücklicherweise seltener. Bei Männer ist der Magenkrebs die fünfthäufigste, bei Frauen die sechsthäufigste Krebsart. Je früher Magenkrebs erkannt wird, desto besser ist er heilbar. Professor Schmitz: „Risikofaktoren sind auch hier das Rauchen und der Alkohol . Auch der häufige Verzehr von geräucherten, gegrillten oder gepökelten Speisen scheint das Risiko zu erhöhen." Der „typische" Magenkrebspatient ist über 60 Jahre alt. Es gibt drei Therapiemöglichkeiten: Operation, Chemotherapie oder auch eine Kombination aus beidem – immer wird individuell entschieden für jeden Patienten entschieden.

Professor Schmitz: „Ein gesunder Lebensstil ist das Beste, was wir für die Gesundheit unsere Mägen tun können. So wie für unsere Gesundheit überhaupt!"

Wer mehr wissen möchte: VHS Heidekreis Vortragsreihe „Wissens-Docs" mit Professor Schmitz „Typische Magenleiden – was hilft dagegen" am 24. September, 19 Uhr, VHS Heidekreis, Rosenstraße 14, 29614 Soltau

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