Menu

Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Hamburg

Ein kalter Ballon zur Behandlung von Vorhofflimmern – Patientenerfahrung mit der Kryoablation

Freitag, 07. August 2020

Die Kryoablation (von griechisch κρύος [kryos] „kalt") ist ein neues, sehr schonendes Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern. Ein Patient aus dem HKK berichtet von seiner Erfahrung mit dieser Behandlung.

Günther A. aus Soltau hatte das Gefühl, dass mit seinem Herzen etwas nicht in Ordnung ist. Er war öfters schlapp, hatte Atemnot und immer wieder Herzrasen. Er vereinbarte einen Termin bei dem Kardiologen Gunter Hornung im Medizinischen Versorgungszentrum Soltau. Herr Hornung konnte mittels Elektrokardiogramm (EKG) feststellen, dass Günther A. an Vorhofflimmern erkrankt ist. „Herr Hornung hat mir dann geraten, zu Frau Dr. Pomarino zu gehen, damit sie das Vorhofflimmern behandeln kann", erzählt Günther A.

Beim Vorhofflimmern handelt es sich um eine spezielle Art der Herzrhythmusstörung, welche in den Vorkammern des Herzens entsteht. Die regelmäßigen Impulse des Sinusknotens, dem Taktgeber im Herzen, werden durch arrhythmische, elektrische Signale aus den Lungenvenen gestört. Das Herz und seine lebenswichtige Pumpfunktion geraten aus dem Takt.
Bei Dr. med. Andrea Pomarino, Chefärztin der Kardiologie des Heidekreis-Klinikums, hatte Günther A. einen Termin zur Behandlung des Vorhofflimmerns. „Eine effektive Methode zur Behandlung des Vorhofflimmerns ist die sogenannte elektrische Kardioversion. Dabei wird ein Stromimpuls an das Herz abgegeben, der normalerweise zu einer Normalisierung des Herzrhythmus führt", erklärt Chefärztin Dr. Pomarino. „Vorhofflimmern ist jedoch eine chronische Erkrankung, die immer wieder auftritt. Zur dauerhaften Beseitigung führen wir dann eine sogenannte Ablation durch." Neben der klassischen Radiofrequenz-Ablation (RF), bei der mit Hitze gearbeitet wird, hat sich in den letzten Jahren die „Kryoablation" durchgesetzt. Günther A. war der erste Patient, der im HKK von dieser neuartigen Methode profitieren konnte. „Frau Dr. Pomarino hat mir genau erklärt, dass der Eingriff von Herrn Dr. Falk (HGZ Bad Bevensen) aufgrund seiner Erfahrung als 1. Operateur und mit ihr als 2. Operateurin durchgeführt wird. Sie hat mir auch erklärt, was während der Narkose passiert. Ich habe mich von Anfang an sicher und gut aufgehoben gefühlt", so Günther A.

Bei der Kryoablation wird ein Katheter durch die Leistenvene bis in den linken Vorhof geführt und an der Öffnung zur Lungenvene platziert. Dort wird er aufgeblasen und mit einem gasförmigen Kühlmittel gefüllt. Das Gas kann bis zu -80° Celsius kalt werden, durch die Kälte bildet sich eine kreisförmige Narbe an der Wand der Lungenvene. „Diese Narbe fungiert wie eine Art Mauer. So können die Störsignale nicht mehr in den Vorhof des Herzens gelangen und es nicht mehr außer Takt bringen.", erklärt die Chefärztin.
24 Stunden nach dem Eingriff fühlte Günther A. sich schon wieder ganz fit. „Ich merke natürlich die Medikamente und bin daher noch nicht ganz der Alte. Ansonsten geht es mir schon wieder gut. Ich bin froh, dass das Team im HKK mir helfen konnte", erzählt Günther A.

Wenn Patienten befürchten, dass etwas mit ihrem Herzen nicht stimmt, sollten sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Falls das Herz nicht richtig arbeitet, könne das schlimme Folgen für den Patienten haben. „Es ist immer besser, sich bei Bedenken oder Unwohlsein von einem Arzt untersuchen zu lassen. Bei Herzerkrankungen sollte man keine Zeit unnötig verstreichen lassen", rät die Chefärztin zu erhöhter Achtsamkeit.

Weiterführende Links:

Beim Anklicken dieser Stichwörter finden Sie weitere Informationen zum Thema: