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Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Hamburg

Nesteldecken für Menschen mit Demenz

Dienstag, 29. November 2016

Grüne Damen aus Soltau nähen ehrenamtlich Nesteldecken für Menschen mit Demenz im Krankenhaus.

Nesteldecken sind Decken aus verschiedenen Stoffen mit unterschiedlichen Füllungen, aufgenähten Knöpfen, Reißverschlüssen und manchen anderen Materialien. Der Phantasie der Näherinnen sind hier keine Grenzen gesetzt.

Die Hände spielen für den Menschen eine zentrale Rolle. Durch sie können wir fassen, streichen, tasten und fühlen. Menschen mit Demenz setzen ihre Hände stark ein. Sie wischen über Tische, nehmen alles in die Hand. Einige Menschen nesteln unaufhörlich an der eigenen Kleidung oder an Gegenständen, weil sie oft an einem Mangel von Außenreizen leiden. Dabei durchleben Menschen mit Demenz gerade im Krankenhaus immer wieder Phasen starker Unruhe. „Für das Pflegepersonal und für Angehörige ist es oftmals schwer, damit umzugehen. In einer solchen Situation brauchen die betroffenen Patienten eine beruhigende Beschäftigung. Das Nesteln hilft ihnen, den eigenen Körper stärker wahrzunehmen und sich selbst Reize zu schaffen." so Geesche Weets, Beauftragte für Menschen mit Demenz. Die verschiedenen Materialien und Füllungen der Decken stimulieren die taktile und haptische Wahrnehmung dieser Menschen. Sie können diese zusammenzulegen, ein- und angenähte Gegenstände fassen und ertasten. Positiver Nebeneffekt: einer Versteifung in den Händen kann damit vorgebeugt werden. Aus hygienischen Gründen werden die Nesteldecken den Patienten im Krankenhaus mitgegeben, denn eine Desinfektion bzw. Wäsche in der Krankenhauswäscherei würden die Decken nicht überstehen.

Als nächstes sollen Taschen in allen möglichen Größen genäht werden, so dass die Menschen mit Demenz auch Dinge ein- und auspacken können. Im Raum Hamburg des Heidekreis-Klinikums treffen sich die Näherinnen mit ihren von zu Hause mitgebrachten eigenen Nähmaschinen regelmäßig. Die Freude am gemeinsamen Tun wird gestärkt durch die gegenseitigen Anregungen. Ganz besonders schön ist es, wenn die Grünen Damen die Patienten besuchen und dort die selbstgenähten Decken in der Anwendung finden.