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Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Hamburg

Wohin mit alten Röntgenbildern?

Dienstag, 21. Juli 2020

Recycling schont die Umwelt und freut die Grünen Damen und Herren des Heidekreis-Klinikums.

Auch das Heidekreis-Klinikum (HKK) ist - wie bundesweit alle Krankenhäuser dazu verpflichtet - Röntgenbilder nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist (bis zu 28 Jahre lang) sachgerecht und datensicher zu entsorgen. Die Entsorgung der alten Befunde, Akten und Dokumente erfolgt nach der EU-Datenschutzgrundverordnung. Wohin aber mit diesen Bildern? „Wir haben diese Bilder schon immer fachgerecht und datenschutzkonform über eine externe Datenentsorgungsfirma entsorgt", erklärt Nicole Ahrens, Klima- und Umweltbeauftragte im HKK.

Könnten die Bilder auch einfach in die „normale" Restmülltonne? „Ja, das wäre grundsätzlich erlaubt", so Nicole Ahrens. „Aber es gibt eine viel besser Idee, durch die nicht nur der Datenschutz hundertprozentig gewährleistet ist, sondern auch die Umwelt geschont wird: Recycling!"

 

HKK goes Klik Green

Das Heidekreis-Klinikum ist eines von insgesamt 250 Krankenhäusern in Deutschland, die am KliK Green-Projekt (https://www.klik-krankenhaus.de) teilnehmen. Innerhalb dieses Projektes wird Dipl.-Ing. Architektin Nicole Ahrens, die in der Abteilung Zentrale Dienste arbeitet, momentan zur Klimamanagerin qualifiziert. „Über 4% der globalen Treibhausgase entstehen im Gesundheitssektor. Das Hauptanliegen des KLiK-Projektes ist es, den Ausstoß von CO2 zu verringern." Wie kann ein Krankenhaus das schaffen? „Besonders gut geht das bei der Einsparung von Strom und Wärme bzw. Kälte, aber auch bei der nachhaltigen Beschaffung von Waren, der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Müll", erklärt Klimabeauftragte Ahrens. „Außerdem informieren wir unsere Mitarbeitenden immer wieder rund um das Thema Klimaschutz – und beeinflussen so das Nutzerverhalten und den Ressourcenverbrauch positiv." Das Heidekreis-Klinikum hat mittlerweile an beiden Standorten LEDs statt „normaler" Leuchtstoffröhren eingesetzt, es wurden Zentraldrucker aufgestellt, die unzählige, kleinere Bürodrucker ersetzen „und die Hausschrift, die wir hier im Heidekreis-Klinikum verwenden, ist nicht nur besonders gut lesbar, sondern auch sparsam im Toner-Verbrauch. Im Vergleich zu anderen gängigen Schriftarten verbraucht sie bis zu 31% weniger Toner," freut sich Nicole Ahrens.

 

Ihre alten Bilder? Ab in die Recycling-Tonne im HKK Walsrode damit!

Zurück zur Entsorgung von alten Röntgenbildern. „Beim Recycling von Röntgenaufnahmen werden über 90% der Rohstoffe zurückgewonnen. Sie einfach in die Mülltonne zu werfen, wäre also wirklich eine Verschwendung", so Nicole Ahrens. „Röntgenfilme enthalten einen hohen Silberanteil, den man gut aus der belichteten Folie herauslösen und wiederverwerten kann." In einer Tonne Filmmaterial sind ca. 2,5 Kilogramm Silber enthalten. Neben diesem hohen Silberanteil werden auch verschiedene Kunststoffe und Papieranteile dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt.

Aber nicht nur in Krankenhäusern sind alte Röntgenbilder zu finden. „Mittlerweile bekommen unsere Patienten eine DVD mit ihren Aufnahmen auf Wunsch mit nach Hause. Früher hingegen gab es das Bild tatsächlich sprichwörtlich in die Hand. Und oft liegen diese Bilder noch nach Jahren in einer Schreibtischschublade herum, weil man nicht so recht weiß, wohin damit, fügt Nicole Ahrens hinzu.

Deshalb gibt es im Heidekreis-Klinikum Walsrode nun im Foyer eine Tonne, in der alte Röntgenbilder eingeworfen werden können. Nicole Ahrens: „Hier kann jeder seine alten Röntgenaufnahmen datensicher und umweltgerecht entsorgen."

Übrigens: Neben dem Nutzen, dass Ressourcen gespart und die Umwelt weniger belastet wird, bringt das Silber-Recycling auch soziale Vorteile: Der Erlös aus der Verwertung der Röntgenfilme unterstützt die ehrenamtliche Tätigkeit der Grünen Damen und Herren im Heidekreis-Klinikum. Nicole Ahrens: „Außerdem wird die Sortierung des Materials von einer Behindertenwerkstatt durchgeführt und fördert so Menschen mit Handicap bei der gesellschaftlichen Teilhabe."

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