Heidekreis-Klinikum setzt auf weitere Spezialisierung in der Tumorchirurgie
Neuer Chefarzt, neue Strukturen, neues Ziel: Heidekreis-Klinikum setzt auf weitere Spezialisierung in der Tumorchirurgie. Gefäßchirurgie wird eigenständige Fachabteilung.
Heidekreis. Mit Dr. med. Bassam Hammoud als neuem Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie nimmt das Heidekreis-Klinikum Kurs auf ein zertifiziertes Darmkrebszentrum. Gleichzeitig wird die Gefäßchirurgie zur eigenständigen Fachabteilung.
Seit dem 7. April 2026 hat das Heidekreis-Klinikum (HKK) einen neuen Chefarzt für die Allgemein- und Viszeralchirurgie: Dr. med. Bassam Hammoud, 45. Der Facharzt für Allgemein-, Viszeral- und spezielle Viszeralchirurgie war zuletzt Geschäftsführender Oberarzt am Marienhospital Osnabrück und im Viszeralonkologischen Zentrum der Niels-Stensen-Kliniken tätig - einem zertifizierten Zentrum für Darm-, Pankreas- (= Tumore der Bauchspeicheldrüse) und Oesophaguskarzinome (= Speiseröhrenkrebs). Sein nächstes Ziel: Ein solches Zentrum im Heidekreis-Klinikum aufzubauen.
Für Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge ist der neue Chefarzt deshalb weit mehr als eine Nachbesetzung: „Darmkrebs ist heilbar, wenn man ihn früh erkennt und konsequent behandelt, aber nur, wenn die Strukturen stimmen. Genau das werden wir hier aufbauen: Eine Versorgung, die sich an den höchsten Standards messen lassen kann."
Strukturierte Versorgung statt Einzelfallmedizin
Ein zertifiziertes Darmkrebszentrum ist kein Aushängeschild, sondern ein Versprechen an Patientinnen und Patienten: Standardisierte Diagnostikpfade, regelmäßige interdisziplinäre Tumorkonferenzen, enge Abstimmung zwischen Chirurgie, Onkologie, Radiologie und Pathologie - und transparente Qualitätsindikatoren, die sich messen und vergleichen lassen.
Dr. Hammoud kennt diese Anforderungen aus jahrelanger Praxis in einem zertifizierten Zentrum. „Ich habe erlebt, was es für die Patienten bedeutet, wenn alle Disziplinen wirklich an einem Tisch sitzen und gemeinsam entscheiden. Das ist kein organisatorischer Luxus, das ist der Unterschied zwischen einer guten und einer sehr guten Behandlung", sagt er.
Der Weg zur Zertifizierung folgt einem klar definierten Stufenplan: Strukturanalyse, Harmonisierung der Behandlungspfade, Einführung einheitlicher Qualitätsstandards, Ausbau der Kooperationen mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Geschwindigkeit ist dabei kein Kriterium. Rogge: „Qualität geht vor Tempo. Das Zentrum entsteht nicht per Beschluss, sondern durch saubere Strukturen und gelebte Zusammenarbeit, das kann man nicht erzwingen, das muss wachsen."
Bauchspeicheldrüse, Leber, Schilddrüse: Das operative Spektrum wächst
Unabhängig vom mittelfristigen Zertifizierungsziel hat das HKK sein chirurgisches Leistungsspektrum bereits spürbar erweitert. Dr. Hammoud bringt fundierte Expertise in der Pankreaschirurgie, bei Leberoperationen - darunter die Entfernung von Metastasen, großen Zysten und primären Tumoren - sowie in der endokrinen Chirurgie an Schilddrüse, Nebenschilddrüse und Nebenniere mit.
„Pankreaschirurgie, endokrine Chirurgie, Lebereingriffe - das alles bieten wir jetzt hier im HKK an. Die ersten Patienten wurden bereits erfolgreich operiert. Ich bin überzeugt, dass wir damit echte Versorgungslücken in der Region schließen können", sagt Dr. Hammoud.
Für Patientinnen und Patienten im Heidekreis heißt das konkret: Eingriffe, die bislang eine weite Anreise in ein Zentrum erforderten, können künftig wohnortnah stattfinden. Geschäftsführer Dr. Rogge betont: „Wir wollen, dass Menschen im Heidekreis nicht reisen müssen, um exzellente Medizin zu bekommen. Das ist unser Anspruch - und Dr. Hammoud ist ein wichtiger Schritt dorthin."
Gefäßchirurgie wird eigenständige Fachabteilung
Parallel zu dieser Neuausrichtung vollzieht das HKK eine strukturelle Weichenstellung: Die Gefäßchirurgie wird zur eigenständigen Fachabteilung - auch eine Konsequenz aus dem Krankenhausreformgesetz, das die Gefäßchirurgie als eigene Leistungsgruppen definiert. Chefarzt der neuen Abteilung wird Dr. med. Ovidiu-Cosmin Godina, der die Allgemein- und Viszeralchirurgie in der Übergangsphase kommissarisch geleitet hatte.
„Die Eigenständigkeit ist für uns eine große Chance, denn Gefäßchirurgie ist ein hochspezialisiertes Fach mit eigenen Anforderungen, eigenen Patientengruppen und eigenen Qualitätsmaßstäben. Als eigenständige Abteilung können wir dieses Profil jetzt weiter schärfen und das Angebot für unsere Patientinnen und Patienten gezielt ausbauen", sagt Dr. Godina.
Dr. Hammoud, der momentan eine kleine Wohnung in Walsrode hat und dessen Familie derzeit noch im Raum Osnabrück lebt, plant den Umzug der gesamten Familie in den Heidekreis. „Unsere neue Heimat wird hier sein. Meine Frau und ich sind schon auf der Suche nach Schulen für unsere Kinder - aber vor allem nach unserem neuen Zuhause", sagt er.
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