Richtfest im Heidekreis: Künftige Zentralklinik bereits im Innenausbau
Niedersachsens weitest fortgeschrittener Krankenhaus-Vollneubau steht in Bad Fallingbostel. Der Einzug ist für Ende 2028 geplant.
Heidekreis. Es ist Frühlingsanfang und der Rohbau westlich von Bad Fallingbostel ist keiner mehr, der nur aus Beton und Stahl besteht. Der Klinikneubau nimmt Form und Konturen an: Fenster, Fassaden, Gestalt. In weniger als drei Jahren sollen hier die Patientinnen und Patienten aufgenommen werden. Heute feiert das Heidekreis-Klinikum Richtfest für seinen Neubau, ein Meilenstein, der momentan noch in Niedersachsen seinesgleichen sucht. Denn von allen vollständigen Krankenhausneubauvorhaben im Land ist das Heidekreis-Projekt das einzige, das bereits das Richtfest erreicht hat.
17 Monate Rohbau, rund 35.500 Kubikmeter Beton, etwa 6.000 Tonnen Stahl: Seit Dezember 2025 steht die Gebäudestruktur. Seither laufen die Innenausbauarbeiten: Viele Fenster sind bereits eingebaut, im Untergeschoss wurden bereits erste Wände geweißelt. Geplant ist, dass Ende Dezember 2028 der erste Patient in einem der modernsten Krankenhäuser Norddeutschlands behandelt wird. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 278 Millionen Euro, gefördert durch das Land Niedersachsen mit 222 Millionen Euro. Entstehen wird ein Gesamtklinikum, das die bisherigen Standorte in Walsrode und Soltau unter einem Dach vereint.
Neubau-Vorreiter: Das Gesamtklinikum im Heidekreis
Niedersachsen steuert gerade auf einen tiefen Strukturwandel in seiner Kliniklandschaft zu. An verschiedenen Standorten entstehen vollständig neue Krankenhäuser – kein Anbau, kein Umbau, sondern komplette Neubauten, als Zusammenschluss bisher getrennter Standorte. Am weitesten fortgeschritten ist dabei der Neubau des Heidekreis-Klinikums in Bad Fallingbostel. Dieser Neubau feiert nämlich nicht nur bereits Richtfest, sondern ist momentan auch das am weitesten fortgeschrittene der niedersächsischen Klinikneubauprojekte und beweist, dass ein solches Großvorhaben auch im Kosten- und Zeitplan gehalten werden kann.
Ein Signal aus der Landeshauptstadt
Staatssekretärin Dr. Christine Arbogast aus dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung war bereits bei der Grundsteinlegung vor fast genau einem Jahr dabei und ist heute erneut nach Bad Fallingbostel gereist. Für sie ist der heutige Tag mehr als eine Feier für die Region:
„Das Richtfest des Heidekreis-Klinikums ist ein starkes Signal – für die Menschen hier im Heidekreis, aber auch für ganz Niedersachsen. Es zeigt, was möglich ist, wenn Politik, Landkreis und Klinikleitung konsequent und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz auf Bundesebene und dem Niedersächsischen Krankenhausgesetz haben wir die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Investitionen dieser Größenordnung gelingen können. In einer Zeit, in der viele Krankenhäuser unter massivem wirtschaftlichem Druck stehen, setzt dieses Projekt ein klares Zeichen: Wohnortnahe, qualitativ hochwertige Versorgung hat in Niedersachsen Zukunft.“
Landrat Jens Grote: „Wir haben frühzeitig die richtigen Weichen gestellt“
Landrat Jens Grote, der als Aufsichtsratsvorsitzender der Heidekreis-Klinikum gGmbH auch die kommunale Trägerverantwortung hat, ist stolz, aber auch nüchtern zugleich. Er weiß, was auf
dem Spiel stand: „Wir erleben bundesweit, wie fragil die Lage vieler - insbesondere kleinerer -Krankenhausstandorte ist. Insolvenzen häufen sich, Versorgungsstrukturen brechen weg. Dass wir im Heidekreis schon sehr frühzeitig den Mut hatten, die richtige Entscheidung zu treffen und konsequent umzusetzen, das zahlt sich jetzt aus. Dieses Richtfest ist der sichtbare Beweis dafür. Wir bauen nicht irgendein Gebäude: Wir bauen die Grundlage für eine verlässliche, moderne medizinische Versorgung für die Menschen im Heidekreis für die nächsten Jahrzehnte. Und wir liegen dabei im Plan, zeitlich wie finanziell. Das verdanken wir allen Beteiligten, die dieses Projekt mit außerordentlicher Sorgfalt und Professionalität vorangetrieben haben.“
Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge: „Ein Gebäude ist immer nur der Anfang“
Dr. med. Achim Rogge, Geschäftsführer des Heidekreis-Klinikums, richtet den Blick nicht auf Beton und Stahl, sondern auf die Menschen, die das neue Klinikum später mit Leben füllen werden: „Ein modernes Gebäude ist wichtig, aber ohne die Menschen, die darin mit Fachwissen, Herzblut, Empathie und Engagement arbeiten, nutzt uns das schönste und modernste Krankenhaus der Welt nichts. Unser Team HKK ist das Herz dieses Hauses: Heute wie zukünftig. Und deshalb liegt mir eines am Herzen: Wir haben im Heidekreis in einer Zeit wachsender Unsicherheit im Kliniksektor die Chance bekommen, sichere und zukunftsfeste Arbeitsplätze nicht nur zu erhalten, sondern auch neu zu schaffen. Wir dürfen uns von einem Krankenhaus der Allgemeinversorgung zu einem Schwerpunktversorger entwickeln. Dafür möchte ich mich im Namen aller Mitarbeitenden bei dem Land Niedersachsen und bei unserem Landkreis bedanken: Danke, dass Sie alle auf uns gesetzt haben!
Ende Dezember 2028, wenn wir in diese Klinik einziehen, werden unsere Ärztinnen und Ärzte, unsere Pflegefachkräfte und alle weiteren Mitarbeitenden in einem der modernsten Krankenhäuser Norddeutschlands arbeiten. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist das Ergebnis von Mut, Konsequenz und dem Vertrauen aller Beteiligten ineinander.“
Ein Richtfest sei aber auch der Moment, um den Menschen zu danken, die dieses Gebäude Schritt für Schritt Wirklichkeit werden lassen, so Dr. Rogge: „Mein ausdrücklicher Dank gilt den Architektinnen und Architekten, der Projektsteuerung, den beteiligten Bauunternehmen und Ingenieurbüros sowie den vielen Handwerkerinnen und Handwerkern auf der Baustelle. Sie alle haben mit großem Engagement, hoher Professionalität und oftmals unter anspruchsvollen Bedingungen daran gearbeitet, dass wir heute diesen wichtigen Meilenstein feiern können. Ein besonderer Dank gilt auch unserem technischen Team des Heidekreis-Klinikums. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben dieses Projekt von Beginn an mit großem Sachverstand, mit Beharrlichkeit und mit viel persönlichem Einsatz begleitet und dafür gesorgt, dass Planung und Umsetzung konsequent auf die Bedürfnisse eines modernen Klinikbetriebs ausgerichtet sind. Dieses Haus entsteht durch das Zusammenwirken vieler Menschen und vieler Kompetenzen. Das heutige Richtfest ist deshalb nicht nur ein Bau-Meilenstein – es ist auch ein gemeinsamer Erfolg aller, die an dieses Projekt geglaubt und daran gearbeitet haben.“
Das Bauprojekt in Zahlen
Das Heidekreis-Klinikum entsteht als Gesamtklinikum, das die bisherigen Klinikstandorte in Walsrode und Soltau zusammenführt. Die Rohbauarbeiten begannen im August 2024 und wurden im Dezember 2025 abgeschlossen. Verbaut wurden rund 35.500 m³ Beton und ca. 6.000 Tonnen Stahl, darunter 2.100 Tonnen Bamtec-Rollbewehrung. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 278 Millionen Euro; das Land Niedersachsen fördert mit 222 Millionen Euro. Der Innenausbau läuft seit Jahresbeginn 2026 und koordiniert bis zu 25 Gewerke gleichzeitig – die Gebäudetechnik allein macht rund die Hälfte der Gesamtbaukosten aus. Der geplante Einzug ist für Ende Dezember 2028 vorgesehen – der Zeitplan wird gehalten.
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